Dokument aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Geowiss. / Geographie - Phys. Geogr.,
Geomorphologie, Umweltforschung, -, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein wichtiges
Mosaikstück in der teilweise immer noch rätselhaften Geschichte des
viertgrößten Stromes Europas ist der Ur-Rhein in Rheinhessen gegen Ende des
Miozäns vor etwa zehn Millionen Jahren. Ablagerungen dieses Flusssystems sind
die nach einem Rüsseltier bezeichneten Dinotheriensande.Der Ur-Rhein in
Rheinhessen floss ab dem Raum Worms - weiter westlich als in der Gegenwart -
auf die Binger Pforte zu. Der damalige Fluss berührte nicht - wie heute - die
Gegend von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Mainz, Wiesbaden undIngelheim. Das
geschah erst später.Am Ur-Rhein existierte eine exotische Tierwelt, wie man vor
allem durch Funde bei Eppelsheim, am Wissberg bei Gau-Weinheim und bei Dorn-
Dürkheim weiß. In der Gegend von Eppelsheim etwa lebten Rüsseltiere,
Säbelzahnkatzen, Bärenhunde,Tapire, Nashörner, krallenfüßige Huftiere, Ur-
Pferde und sogarMenschenaffen.Eppelsheim genießt weltweit in der Wissenschaft
einen guten Ruf. Zusammen mit dem Pariser Montmartre gehört der kleine Ort
südlich von Alzey zu jenen großartigen Fossillagerstätten, mit denen die
Erforschung ausgestorbener Säugetiere in Europa begonnen hat.Obwohl sich viele
Wissenschaftler mit dem Ur-Rhein befasst haben, gibt dieser Fluss weiterhin
Rätsel auf. Es sind noch zahlreiche Grabungen und andere wissenschaftliche
Untersuchungen nötig, um zumindest die wichtigsten Fragen über seine
Entwicklung zu klären.Das Taschenbuch Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn
Millionen Jahren stammt aus der Feder des Wiesbadener Wissenschaftsautors
Ernst Probst. Er hat zahlreiche Werke über prähistorische Themen - wie
Deutschland in der Urzeit, Deutschlandin der Steinzeit, Deutschland in der
Bronzezeit, Rekorde der Urzeit und Rekorde der Urmenschen -
veröffentlicht.Gewidmet ist das Taschenbuch Dr. Jens Lorenz Franzen (geb.
1937), Paläontologe in Titisee-Neustadt, langjähriger Mitarbeiter des
Forschungsinstitutes Senckenberg in Frankfurt am Main, Wiederentdecker der
Dinotheriensand-Fundstelle und Begründer der ersten wissenschaftlichen
Grabungen bei Eppelsheim,Heiner Roos (geb. 1934), dem Altbürgermeister von
Eppelsheim, dessen Idee und Initiative das Dinotherium-Museum in Eppelsheim zu
verdanken ist, sowie dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803-
1873), mit dem die Erforschungder Säugerfauna aus den Dinotheriensanden bei
Eppelsheim einst angefangen hat.[…]

